Erik von Malottki: Gute Arbeit und Fachkräfte für Neubrandenburg
Gute Arbeit und Fachkräfte: Perspektiven für Neubrandenburg schaffen
Tarifbindung, Ausbildung, Rückkehr und Fachkräftegewinnung als gemeinsame Zukunftsaufgabe für Stadt, Wirtschaft und Landespolitik.
Gute Arbeit und Fachkräfte sind eng mit der wirtschaftlichen Zukunft Neubrandenburgs verbunden. Erik von Malottki hat dazu im Juni 2026 eine klare persönliche Position veröffentlicht. Er will sich für gute tarifgebundene Arbeitsplätze einsetzen und verbindet Fachkräftegewinnung ausdrücklich mit Bildung, guter Verkehrsanbindung sowie sozialen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Besonders hebt er die Möglichkeit hervor, Menschen, die ihre Heimat verlassen haben, für eine Rückkehr nach Neubrandenburg beziehungsweise in die Region zu gewinnen.
Damit geht Thema 5 über klassische Arbeitsmarktpolitik hinaus. Ob Menschen bleiben, zurückkehren oder neu nach Neubrandenburg ziehen, hängt von mehreren Faktoren gleichzeitig ab: Lohn und Arbeitsbedingungen, berufliche Entwicklung, Wohnraum, Kinderbetreuung, Schulen, Mobilität, Gesundheitsversorgung, Kultur und Freizeit. Fachkräftepolitik ist deshalb Querschnittspolitik. Genau diese Verbindung ist für den Wahlkreis 3 – Neubrandenburg II wichtig, weil hier Wohnquartiere, Industrieflächen, Innenstadt, soziale Infrastruktur und Verkehrsachsen direkt aufeinandertreffen.
Was Erik von Malottki selbst sagt
In seinem aktuellen Wirtschaftsbeitrag formuliert Erik von Malottki mehrere belegte Ziele. Er möchte den Wirtschaftsstandort Neubrandenburg stärken, gute tarifgebundene Arbeitsplätze sichern und die Stadt bei der Gewinnung von Arbeitskräften unterstützen. Dabei nennt er ausdrücklich gute Bildung und eine gute Verkehrsanbindung. Zusätzlich schreibt er, dass Menschen, die ihre Heimat verlassen haben, mit guten sozialen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für eine Rückkehr gewonnen werden sollen.
Diese Aussagen dürfen als seine Position dargestellt werden. Nicht belegt ist dagegen, dass er ein bestimmtes Unternehmen, eine bestimmte Tarifregelung oder ein einzelnes Förderprogramm bereits verbindlich zugesagt hat. Genau deshalb lautet die politische Anschlussfrage: Mit welchen Instrumenten will er seine Ziele im Landtag praktisch untersetzen?
Von Malottki nennt tarifgebundene Arbeitsplätze ausdrücklich als Ziel.
Bildung, Verkehr und soziale Rahmenbedingungen sollen zur Gewinnung und Bindung beitragen.
Menschen mit regionalen Wurzeln sollen bessere Gründe erhalten, wieder in die Heimat zu kommen.
Neubrandenburg als regionaler Arbeitsstandort
Die Vier-Tore-Stadt weist aktuell 32.786 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort aus. Hinzu kommen 15.996 Einpendlerinnen und Einpendler. Diese Zahlen zeigen, dass Neubrandenburg ein Arbeitszentrum weit über die eigenen Stadtgrenzen hinaus ist. Die Stadt nennt außerdem eine breite wirtschaftliche Basis mit Industrie, Gesundheitswirtschaft, Dienstleistungen und weiteren Branchen.
Für die Fachkräftefrage ist diese Pendlerfunktion besonders relevant. Beschäftigte leben nicht zwingend im gleichen Stadtgebiet wie ihr Arbeitsplatz. Deshalb beeinflussen Bahn, Bus und Straßen ebenso die Attraktivität eines Arbeitsplatzes wie Lohn und Arbeitsbedingungen. Eine leistungsfähige Stadt braucht Verbindungen in die Region und zugleich gute Wege innerhalb Neubrandenburgs.
KarriereWelten 2026: Ausbildung und Studium sichtbar machen
Ein aktuelles Beispiel für Berufsorientierung sind die KarriereWelten 2026 im Jahnsportforum. Die Stadt beschreibt die Messe als Treffpunkt für Ausbildung, Studium, Praktikum und Weiterbildung. Mehr als 140 Aussteller präsentieren dort über 1.200 Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten. Vertreten sind unter anderem Handwerk, Industrie, Gesundheit, IT, Verwaltung, Handel und Gastronomie.
Solche Formate zeigen, dass Fachkräftegewinnung früh beginnt. Jugendliche müssen wissen, welche Chancen es in ihrer Region gibt. Betriebe wiederum brauchen Möglichkeiten, junge Menschen direkt anzusprechen. Für Landespolitik stellt sich die Frage, wie Berufsorientierung, Berufsschulen, Ausbildungsförderung und Übergänge von Schule in Ausbildung so gestaltet werden können, dass möglichst wenige junge Menschen ohne klare Perspektive bleiben.
Die Hochschule als Fachkräftemotor
Auch die Hochschule Neubrandenburg ist für die Fachkräftesicherung wichtig. Ihre Fachbereiche decken Themen von Gesundheit und Pflege über Soziale Arbeit bis zu Agrarwirtschaft, Lebensmittelwissenschaften und Geomatik ab. Im Wintersemester 2026/2027 nimmt die Hochschule weiterhin Bewerbungen in ausgewählten Studiengängen an. Für die Region entsteht daraus eine Chance: Studierende können während des Studiums Kontakte zu Unternehmen und Einrichtungen aufbauen und nach dem Abschluss in Neubrandenburg oder der Mecklenburgischen Seenplatte bleiben.
Damit das gelingt, sind Praxispartnerschaften, attraktive Einstiegsstellen, Weiterbildung und Lebensqualität entscheidend. Fachkräftepolitik endet deshalb nicht mit einem Abschlusszeugnis. Sie muss den Übergang in gute Beschäftigung und ein dauerhaft attraktives Leben in der Region unterstützen.
Tarifbindung als Qualitätsfrage
Erik von Malottki hebt tarifgebundene Arbeitsplätze ausdrücklich hervor. Tarifverträge können Löhne, Arbeitszeiten und weitere Bedingungen verlässlich regeln. Für Unternehmen kann Tarifbindung zugleich eine Möglichkeit sein, sich im Wettbewerb um Beschäftigte als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Die konkrete Entscheidung zur Tarifbindung liegt jedoch bei den Tarifparteien und Unternehmen. Ein Landtagsabgeordneter kann Rahmenbedingungen beeinflussen und politische Schwerpunkte setzen, aber keine Tarifabschlüsse anordnen.
Gerade deshalb wäre im Wahlkampf eine präzise Debatte hilfreich: Welche landespolitischen Instrumente will von Malottki nutzen, um gute Arbeit zu unterstützen? Welche Rolle spielen öffentliche Vergaben, Wirtschaftsförderung, Mitbestimmung, Weiterbildung oder Beratungsangebote? Solche Fragen machen das Ziel „gute Arbeit“ überprüfbar.
Rückkehr braucht mehr als einen Arbeitsplatz
Menschen, die Neubrandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern verlassen haben, kehren nicht allein wegen einer Stellenausschreibung zurück. Eine Rückkehrentscheidung betrifft Familie, Partner, Kinderbetreuung, Schulen, Wohnen, medizinische Versorgung, Mobilität und Freizeit. Von Malottkis Hinweis auf soziale und gesellschaftliche Rahmenbedingungen ist deshalb sachlich nachvollziehbar. Für die Umsetzung müsste jedoch genauer geklärt werden, welche Maßnahmen Land und Stadt gemeinsam beeinflussen können.
Eine gute Rückkehrstrategie könnte beispielsweise Informationen über Jobs, Wohnangebote und Kinderbetreuung bündeln, Kontakte zu Unternehmen erleichtern und regionale Karrierewege sichtbar machen. Ob Erik von Malottki solche oder andere Instrumente priorisiert, ist eine offene Frage und sollte nicht vorweggenommen werden.
Woran erfolgreiche Fachkräftepolitik erkennbar wäre
Fachkräftepolitik sollte nicht nur an Werbekampagnen gemessen werden. Aussagekräftiger sind konkrete Entwicklungen: Finden Betriebe genügend Auszubildende? Bleiben Absolventinnen und Absolventen der Hochschule in der Region? Können offene Stellen schneller besetzt werden? Kehren Menschen mit regionalen Wurzeln zurück? Steigt die Zahl guter, tarifgebundener Beschäftigungsverhältnisse? Solche Fragen verbinden politische Ziele mit beobachtbaren Ergebnissen. Für Erik von Malottki wäre es sinnvoll, seine angekündigte Unterstützung für Wirtschaft und Beschäftigte mit klaren Zwischenzielen zu verbinden. Dabei sollte offen bleiben, welche Faktoren durch Landespolitik direkt beeinflusst werden können und wo Unternehmen, Tarifparteien, Kommune oder Bund verantwortlich sind. Gerade diese ehrliche Zuordnung macht politische Versprechen belastbarer.
Für junge Menschen ist zudem entscheidend, ob sie nach Ausbildung oder Studium eine erkennbare berufliche Entwicklungsperspektive vor Ort finden. Dazu gehören nicht nur Einstiegsstellen, sondern auch Weiterbildung, Aufstiegsmöglichkeiten und familienfreundliche Arbeitsbedingungen. Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Politik können hier gemeinsam dafür sorgen, dass Neubrandenburg nicht nur Ausbildungsort, sondern langfristiger Lebensmittelpunkt bleibt. Eine solche Perspektive stärkt zugleich die regionale Wirtschaft und den sozialen Zusammenhalt. Sie kann außerdem Abwanderung reduzieren und regionale Bindung nachhaltig stärken.
FAQ zu guter Arbeit und Fachkräften
Sind tarifgebundene Arbeitsplätze ein belegtes Ziel?
Ja. Erik von Malottki hat 2026 ausdrücklich erklärt, sich für gute tarifgebundene Arbeitsplätze in Neubrandenburg einsetzen zu wollen.
Warum ist Mobilität für Fachkräfte wichtig?
Weil viele Beschäftigte nach Neubrandenburg einpendeln. Gute Verkehrsverbindungen vergrößern den erreichbaren Arbeitsmarkt und erleichtern Alltag und Schichtarbeit.
Welche Rolle spielt Ausbildung?
Ausbildung und Berufsorientierung schaffen regionale Nachwuchskräfte. Veranstaltungen wie KarriereWelten zeigen die Vielfalt konkreter Wege.
Was bedeutet Rückkehrförderung?
Es geht darum, Menschen mit regionalen Wurzeln wieder für Arbeit und Leben in der Region zu gewinnen. Welche konkreten Instrumente genutzt werden sollen, bleibt politisch zu konkretisieren.
Kann Landespolitik Tarifverträge festlegen?
Nein. Tarifverträge werden von Tarifparteien ausgehandelt. Landespolitik kann aber Rahmenbedingungen rund um Wirtschaft, Vergabe, Qualifizierung und Beschäftigung beeinflussen.
Geprüfte offizielle Quellen
Fachkräftesicherung gelingt langfristig nur, wenn gute Arbeit, Ausbildung, Mobilität und Lebensqualität gemeinsam betrachtet werden.

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